Soloreise Südkorea – Tag 4

Soloreise Südkorea – Tag 4

Bukchon Hanok Village, Gyeongbokgung-Palast und der Lotte World Tower

Die Nacht verlief alles andere als erholsam. Trotz meiner Müdigkeit gelang es mir kaum zu schlafen. Wenn überhaupt, dürften es nur wenige Stunden gewesen sein. Vermutlich spielte der Jetlag eine Rolle, doch zusätzlich machten sich bereits am Vorabend erste Erkältungssymptome bemerkbar. Halskratzen und eine verstopfte Nase ließen nichts Gutes erahnen. Daher nahm ich mir vor, den Tag etwas ruhiger anzugehen, um eine mögliche Erkältung nicht weiter zu verschlimmern.

Traditionelles Seoul im Bukchon Hanok Village

Nach dem Frühstück im Capsule Hotel machte ich mich mit dem Bus auf den Weg zum Bukchon Hanok Village. Das Viertel zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Seouls und besteht aus zahlreichen traditionellen Hanok-Häusern, die teilweise mehrere hundert Jahre alt sind. Anders als viele historische Freilichtmuseen ist das Viertel bis heute bewohnt, weshalb Besucher inzwischen einigen Einschränkungen unterliegen.

Seit 2025 darf das Bukchon Hanok Village erst ab 10 Uhr morgens betreten werden. Zahlreiche Sicherheitskräfte achten darauf, dass diese Regel eingehalten wird. Für mich bedeutete das leider das Aus für einen lang gehegten Fotowunsch. Zu gerne hätte ich die historischen Gassen bei Sonnenaufgang und ohne Touristen fotografiert – so wie es viele Fotografen in den vergangenen Jahren noch konnten.

Immerhin erreichte ich das Viertel kurz nach der Öffnung, sodass sich die Besuchermassen zunächst noch in Grenzen hielten. Mit ND-Filter und längeren Belichtungszeiten versuchte ich, die Touristen aus meinen Bildern verschwinden zu lassen und die ruhige Atmosphäre der traditionellen Gassen einzufangen. Nach einiger Zeit füllten sich die Straßen jedoch zunehmend, sodass ich verschiedene Ecken des Viertels erkundete und anschließend weiterzog.

Eine Reise in die Vergangenheit am Gyeongbokgung-Palast

Nach einem etwa 25-minütigen Spaziergang erreichte ich den Gyeongbokgung-Palast. Die ehemalige Hauptresidenz der Joseon-Dynastie gilt als der bedeutendste und größte Palast Südkoreas und gehört zu den wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten des Landes.

Trotz des bewölkten Himmels und des zeitweise einsetzenden Regens herrschte reger Betrieb. Besonders auffällig waren die vielen Besucher, die traditionelle Hanbok-Gewänder trugen. Wer in dieser traditionellen koreanischen Kleidung erscheint, erhält kostenlosen Eintritt in den Palast. Dadurch entstand eine besondere Atmosphäre, die den historischen Ort noch authentischer wirken ließ. Teilweise hatte man tatsächlich das Gefühl, für einen Moment in eine andere Zeit versetzt worden zu sein.

Ich verbrachte einige Stunden damit, die weitläufige Anlage mit ihren Innenhöfen, Pavillons und Gartenanlagen zu erkunden. Dabei probierte ich verschiedene Perspektiven und Fotospots aus. Nicht jede Aufnahme gelang wie geplant, doch insgesamt entstanden einige Bilder, mit denen ich sehr zufrieden war.

Gyeongbokgung-Palast
Gyeongbokgung-Palast
Gyeonghoeru Bankettsaal
Gyeongbokgung-Palast

Ein kulinarischer Ausflug mit gemischtem Ergebnis

Da der Regen weiterhin anhielt, zog es mich anschließend zurück ins Stadtzentrum. In einem koreanischen Restaurant bestellte ich einen Rice Pot mit Rindfleisch, Reis, Gemüse und Spiegelei. Dazu wurden zahlreiche kleine Beilagen serviert, von denen mir viele völlig unbekannt waren.

Eine kleine Anleitung erklärte, wie die verschiedenen Zutaten miteinander vermischt werden sollten. Ob ich dabei alles richtig gemacht habe, weiß ich bis heute nicht. Probiert habe ich jedenfalls nahezu alles.

Geschmacklich konnte mich das Gericht allerdings nicht vollständig überzeugen. Das war jedoch kein Grund zur Enttäuschung. Die koreanische Küche ist äußerst vielfältig, und nicht jedes Gericht muss automatisch den eigenen Geschmack treffen.

Eine kleine Pause und neue Energie

Nach dem Essen besorgte ich mir in einer Apotheke vorsorglich Medikamente gegen die aufkommende Erkältung sowie ein Nasenspray. Anschließend kehrte ich ins Capsule Hotel zurück, ruhte mich etwas aus und sichtete die Fotos des Tages.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, den Rest des Tages ruhig zu verbringen. Doch nach einiger Zeit stellte sich vor allem eines ein: Langeweile.

Sonnenuntergang am Lotte World Tower

Also entschied ich mich spontan für einen weiteren Fotospot. Mein Ziel war der Lotte World Tower, das höchste Gebäude Südkoreas. Fotografieren wollte ich ihn allerdings nicht direkt vor Ort, sondern von einem Aussichtspunkt in einiger Entfernung, an dem eine Brücke den Blick auf den Wolkenkratzer perfekt einrahmt.

Nach einer Kombination aus Bahnfahrten und einem längeren Fußweg erreichte ich den Ort rechtzeitig zum Sonnenuntergang. Die Lichtstimmung war bereits vielversprechend, doch mein eigentliches Ziel war eine Aufnahme nach Einbruch der Dunkelheit. Dann beginnen sowohl der Turm als auch die umliegende Skyline zu leuchten und verleihen der Szene eine ganz besondere Atmosphäre.

Bis es soweit war, blieb noch etwas Zeit. Deshalb gönnte ich mir in einem nahegelegenen Burger King ein schnelles Abendessen. Zwar fühlte es sich etwas merkwürdig an, während einer Korea-Reise ausgerechnet in einer internationalen Fast-Food-Kette zu essen, doch an diesem Tag wollte ich es möglichst unkompliziert halten. Nach dem langen Tag und mit der drohenden Erkältung war mir der einfache Weg in diesem Moment lieber.

Als die Dunkelheit schließlich einsetzte, kehrte ich zum Fotospot zurück und konnte die Aufnahmen machen, auf die ich gewartet hatte. Die beleuchtete Skyline und der imposante Turm sorgten für einen gelungenen Abschluss des Tages.

Weniger vorgenommen, mehr gelaufen

Anschließend machte ich mich auf den Rückweg zum Capsule Hotel. Obwohl ich den Tag ursprünglich bewusst ruhig angehen wollte, zeigte mein Schrittzähler am Ende dennoch über 20.000 Schritte an.

Mit einigen gelungenen Fotos, den ersten Eindrücken der koreanischen Geschichte und der Hoffnung auf eine bessere Nacht endete mein vierter Reisetag in Seoul.

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