Soloreise Südkorea – Tag 3

Soloreise Südkorea – Tag 3

Erster Abend in Seoul

Nach der langen Anreise und den ersten organisatorischen Schritten am Flughafen stand nun mein erster Abend in Südkorea bevor. Eigentlich wollte ich nur noch schnell mein Capsule Hotel erreichen, einchecken und anschließend die Stadt erkunden. Doch zunächst stellte mich der öffentliche Nahverkehr vor eine unerwartete Herausforderung.

Die erste Begegnung mit der T-Money-Karte

Von der Seoul Station aus lotste mich die Navigations-App Naver Maps zur Linie 1 der Seouler U-Bahn. Zunächst verlief alles problemlos, bis ich plötzlich vor einer Zugangsschranke stand, die meine frisch erworbene T-Money-Karte konsequent ablehnte. Mehrere Versuche führten immer wieder zur gleichen Fehlermeldung.

Während die Menschen um mich herum problemlos ihre Wege fortsetzten, stand ich ratlos vor dem Gate und überlegte bereits, die U-Bahn ganz aufzugeben und die Strecke stattdessen zu Fuß zurückzulegen.

Kurz bevor ich diesen Plan umsetzen wollte, kam unerwartete Hilfe. An einer Schranke mit Notrufknopf wollte ich gerade erklären, dass meine Karte offenbar ein Problem hatte, als sich eine ältere Koreanerin einmischte. Sie öffnete kurzerhand das Gate mit ihrer eigenen Karte und bedeutete mir, ebenfalls hindurchzugehen. Innerhalb weniger Sekunden hatte sie mich erfolgreich durch die Sperre geschmuggelt.

Es war meine erste direkte Begegnung mit der Hilfsbereitschaft der Koreaner.

Leider war das Problem damit noch nicht vollständig gelöst. Am Zielbahnhof verweigerte die Karte erneut ihren Dienst. Diesmal fand ich jedoch eine Servicestation, wo ein Mitarbeiter die Fehlermeldung entfernte und die Karte wieder funktionstüchtig machte. Nach diesem etwas holprigen Start erreichte ich schließlich mein Capsule Hotel, wo erst einmal eine Dusche und frische Kleidung auf dem Programm standen.

Aussicht über die Millionenmetropole

Lange hielt es mich jedoch nicht im Hotel. Kurz darauf machte ich mich bereits wieder auf den Weg zu meinem ersten Fotospot der Reise: dem N Seoul Tower.

Der auf einem Hügel gelegene Fernsehturm zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und bietet einen beeindruckenden Blick über Seoul. Bei der Reiseplanung hatte ich mich allerdings nicht allzu intensiv mit dem Weg dorthin beschäftigt. So begann ich den Aufstieg zu Fuß und kämpfte mich über zahlreiche Wege und Treppen den Berg hinauf. Erst später stellte ich fest, dass ich auch bequem mit dem Bus bis fast ganz nach oben hätte fahren können.

Nach über einer halben Stunde erreichte ich schließlich etwas verschwitzt den Aussichtspunkt. Der Aufstieg hatte sich jedoch gelohnt. Vor mir erstreckte sich die gewaltige Skyline von Seoul, die im Licht des frühen Abends besonders beeindruckend wirkte. Ich verbrachte einige Zeit damit, die Aussicht zu genießen und die ersten Fotos meiner Reise aufzunehmen.

Rund um den Turm herrschte reges Treiben. Zahlreiche Besucher machten Erinnerungsfotos oder bestaunten die Aussicht über die Millionenstadt. Trotz des Trubels war es ein gelungener erster Eindruck von Seoul.

Zwischen Neonlichtern und technischen Problemen

Mit dem Bus ging es anschließend weiter nach Myeongdong, einem der bekanntesten Einkaufs- und Ausgehviertel der Stadt. Nach Einbruch der Dunkelheit verwandeln sich die Straßen hier in ein Meer aus Leuchtreklamen, Bildschirmen und Straßenständen.

Für mich war Myeongdong vor allem fotografisch interessant. Zwischen den beleuchteten Straßenzügen versuchte ich, die besondere Atmosphäre des Viertels einzufangen. Doch ausgerechnet dort machte mir meine Kamera Sorgen. Auf dem Display begann plötzlich ein störendes Flackern, das mich zunächst einen Defekt befürchten ließ.

Da ich ohnehin seit vielen Stunden wach war und die Müdigkeit inzwischen deutlich spürte, entschied ich mich, den Tag zu beenden und zum Hostel zurückzukehren.

Das Einkaufsviertel Myeong-dong
Das Einkaufsviertel Myeong-dong

Ein erster Abend in Südkorea

Zurück im Capsule Hotel gönnte ich mir ein Tsingtao-Bier, sichtete die ersten Fotos und hielt die Ereignisse des Tages fest. Die Anreise war geschafft, die ersten Herausforderungen gemeistert und die ersten Eindrücke von Seoul gesammelt.

Mit Blick auf die kommenden Tage überwog vor allem die Vorfreude. Endlich war ich in Südkorea angekommen – und das eigentliche Abenteuer konnte beginnen.

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