Soloreise Südkorea – Tag 5
Soloreise Südkorea – Tag 5
Dongdaemun Design Plaza und ein Abend auf dem Ansan Mountain
Auch der fünfte Reisetag begann alles andere als ideal. Die Erkältung, die sich bereits in den vergangenen Tagen angekündigt hatte, war inzwischen deutlich spürbar. Neben Husten und einer verstopften Nase machten sich nun auch Schmerzen in der Lunge bemerkbar. Nach einer erneut wenig erholsamen Nacht fühlte ich mich insgesamt angeschlagen und nahm mir deshalb vor, den Tag bewusst etwas ruhiger anzugehen.
Futuristische Architektur im Dongdaemun Design Plaza
Nach dem Frühstück im Capsule Hotel machte ich mich auf den Weg zum Dongdaemun Design Plaza, kurz DDP. Das von der renommierten Architektin Zaha Hadid entworfene Gebäude gehört zu den bekanntesten modernen Bauwerken Seouls und fällt durch seine geschwungenen Formen und die futuristische Gestaltung sofort ins Auge.
Zunächst erkundete ich das Gelände von außen und suchte einige Fotospots auf, die ich bereits vor der Reise im Internet entdeckt hatte. Besonders eine lange Treppenanlage hatte es mir angetan. Dort verbrachte ich einige Zeit damit, verschiedene Perspektiven auszuprobieren und die außergewöhnliche Architektur festzuhalten.
Anschließend ging es ins Innere des Gebäudes. Dort machte ich mich auf die Suche nach einem weiteren Motiv: einer beleuchteten weißen Wendeltreppe, die sich elegant durch das Gebäude zieht. Nachdem ich sie gefunden hatte, wartete ich eine ganze Weile auf den richtigen Moment. Schließlich erschienen zwei Besucherinnen, die ungewollt zum perfekten Motiv wurden und der Szene genau die Dynamik verlieh, die dem Bild noch gefehlt hatte.
Zufrieden mit den entstandenen Aufnahmen schlenderte ich anschließend noch etwas durch das Gebäude und erkundete die Umgebung.
Ein Hot Pot und die zweite kulinarische Enttäuschung
Direkt gegenüber befindet sich ein großes Einkaufszentrum, das ich ursprünglich betreten hatte, um nach einem erhöhten Aussichtspunkt zu suchen. Mein Plan war es, das Dongdaemun Design Plaza einmal von oben und frontal fotografieren zu können. Einen geeigneten Aussichtspunkt fand ich allerdings nicht.
Stattdessen wurde es Zeit für das Mittagessen.
In einem Restaurant entschied ich mich für einen Hot Pot, eine Zubereitungsart, die ich bisher noch nicht ausprobiert hatte. Dabei erhält man verschiedene Zutaten, die direkt am Tisch in einer erhitzten Brühe gegart werden. Das Fleisch wird serviert, während Gemüse und weitere Zutaten selbst ausgewählt werden können.
Die Zubereitung war eine interessante Erfahrung. Geschmacklich konnte mich das Gericht allerdings nicht vollständig überzeugen. Vielleicht lag es an meiner Auswahl der Zutaten oder einfach daran, dass mein Geschmack nicht ganz getroffen wurde. Nach dem Rice Pot vom Vortag war es bereits die zweite koreanische Mahlzeit, die mich nicht restlos begeisterte.
Eine spontane Planänderung
Eigentlich wollte ich nach dem Essen zur berühmten Starfield Library fahren und anschließend zurück ins Hotel, um mich auszuruhen. Während ich jedoch auf den Bus wartete, kreisten meine Gedanken bereits um einen anderen Fotospot.
Mir wurde bewusst, dass die Wetterbedingungen an diesem Tag nahezu ideal waren, um die Skyline von Seoul vom Ansan Mountain aus zu fotografieren. Gleichzeitig wusste ich jedoch genau, was das bedeuten würde: einen langen Aufstieg auf den Berg, Schweiß, Wind, sinkende Temperaturen und stundenlanges Warten bis zur Dunkelheit. Alles Dinge, die einer aufkommenden Erkältung vermutlich nicht gerade zuträglich sind.
Eine Zeit lang stand ich unentschlossen an der Bushaltestelle und führte innerlich eine Diskussion mit mir selbst.
Am Ende gewann der Fotograf.
Die Starfield Library wurde auf den nächsten Tag verschoben. Stattdessen fuhr ich zurück ins Capsule Hotel, tauschte meine Shorts gegen eine lange Jeans und packte vorsorglich ein Handtuch ein, um den unvermeidlichen Schweiß während des Aufstiegs wenigstens etwas in den Griff zu bekommen.
Der Aufstieg zum Ansan Mountain
Mit Bus und Bahn ging es anschließend in die Nähe des Ansan Mountain. Von dort begann der eigentliche Aufstieg.
Der Weg führte über zahlreiche Treppen, steile Passagen und teilweise auch kleinere Kletterabschnitte. Nach etwa 45 Minuten erreichte ich schließlich die Aussichtsplattform auf dem Gipfel – durchaus verschwitzt, aber zufrieden.
Die Anstrengung wurde sofort belohnt.
Vor mir lag die Skyline von Seoul, die sich in ihrer gesamten Größe über den Horizont erstreckte. Noch besser war allerdings, dass sich erstaunlich wenige Menschen dort oben aufhielten. Gelegentlich kamen Wanderer vorbei, genossen kurz die Aussicht und stiegen anschließend wieder hinab. Die meiste Zeit hatte ich die Plattform nahezu für mich allein.
Warten auf die Dunkelheit
Fast zwei Stunden verbrachte ich dort oben und beobachtete, wie die Sonne langsam tiefer sank und sich die Stadt Schritt für Schritt veränderte. Mit jeder Minute gingen mehr Lichter an, bis schließlich die ersten Hochhäuser zu leuchten begannen.
Genau auf diesen Moment hatte ich gewartet.
Ich machte zahlreiche Aufnahmen der Skyline und genoss die besondere Stimmung, die sich mit Einbruch der Dunkelheit über die Stadt legte. Die Entscheidung für den Aufstieg hatte sich spätestens jetzt ausgezahlt.
Allein durch die Dunkelheit
Irgendwann wurde es jedoch Zeit für den Rückweg.
Mit Stirnlampe ausgerüstet machte ich mich auf den Abstieg. Während tagsüber noch einige Wanderer unterwegs gewesen waren, begegnete mir nun kaum noch jemand. Die Wege lagen weitgehend verlassen vor mir und wirkten in der Dunkelheit deutlich anspruchsvoller als beim Aufstieg.
Vorsichtig tastete ich mich Schritt für Schritt voran und erreichte nach etwa einer halben Stunde schließlich wieder sicher den Fuß des Berges.
Ein einfacher Tagesabschluss
Zurück in der Stadt gönnte ich mir in einem kleinen Imbiss noch eine Portion Reis mit Curry. Für umgerechnet etwas mehr als fünf Euro war das nicht nur günstig, sondern nach dem langen Tag genau das Richtige.
Anschließend ging es zurück ins Capsule Hotel. Dort sichtete ich die Fotos des Tages und ließ die Erlebnisse noch einmal Revue passieren.
Eigentlich hatte ich den Tag bewusst ruhig angehen wollen. Am Ende stand jedoch eine Bergwanderung, ein nächtlicher Abstieg und einer meiner bislang schönsten Ausblicke auf Seoul auf dem Programm. Manchmal entwickeln sich die besten Tage eben genau dann, wenn man ursprünglich etwas ganz anderes geplant hatte.







