Soloreise Südkorea – Tag 15 und 16
Soloreise Südkorea – Tag 15 und 16
Abschied von Südkorea und Heimreise
Ein letzter Tag ohne Zeitdruck
Heute war mein letzter voller Tag in Südkorea – und gleichzeitig der erste seit Beginn der Reise, an dem ich keinerlei feste Pläne mehr hatte. Alle fotografischen Ziele waren erreicht, weshalb ich den Tag ganz bewusst ohne Hektik und ohne Kamerarucksack verbringen wollte.
Irgendwann am Morgen wachte ich ganz ohne Wecker auf und genoss ein letztes Mal das Frühstück in meinem Capsule Hotel. Anschließend machte ich mich auf den Weg in die Stadt. Da sich noch einiges an Guthaben auf meiner T-Money-Karte befand, wollte ich dieses sinnvoll nutzen und noch ein paar Stadtteile erkunden, in denen ich bisher nicht gewesen war.
Ein konkretes Ziel hatte ich dabei nicht. Vielmehr wollte ich mich einfach treiben lassen und schauen, wo ich am Ende lande.
Ich fuhr einige Stationen mit der U-Bahn, stieg irgendwo im Zentrum von Seoul aus und begann, durch die Straßen zu schlendern. Zwischendurch gönnte ich mir einen Kaffee und beobachtete das geschäftige Treiben um mich herum.
Schnell fiel mir auf, dass deutlich mehr Menschen unterwegs waren als an den Tagen zuvor. Der Grund war der 1. Mai. Zwar ist dieser in Südkorea kein gesetzlicher Feiertag wie in Deutschland, dennoch haben viele Unternehmen an diesem Tag geschlossen, weshalb zahlreiche Koreaner frei hatten und die Straßen entsprechend belebt waren.
Ein Kebab in Itaewon
Zur Mittagszeit verschlug es mich schließlich nach Itaewon.
Der Stadtteil gilt als das internationale Viertel Seouls. Hier treffen Kulturen aus aller Welt aufeinander und entsprechend vielfältig ist auch das kulinarische Angebot. Zwischen zahlreichen internationalen Restaurants entdeckte ich mehrere Kebab-Läden.
Da ich das Land nun wirklich nicht verlassen konnte, ohne wenigstens einmal einen koreanischen Kebab probiert zu haben, fiel die Entscheidung schnell.
Und tatsächlich: Er schmeckte richtig gut.
Auf Souvenirsuche in Insadong
Während des Essens begann ich zu überlegen, ob ich nicht doch noch eine kleine Erinnerung für zu Hause mitnehmen sollte.
Normalerweise kaufe ich auf Reisen kaum Souvenirs. Meine Fotos sind für mich die eigentlichen Erinnerungsstücke. Trotzdem wollte ich dieses Mal zumindest eine Kleinigkeit mitbringen. Viel Platz war in meinem kleinen Koffer ohnehin nicht mehr vorhanden.
Also fuhr ich anschließend nach Insadong, einem historischen Stadtviertel, das für seine zahlreichen Kunsthandwerksläden und Souvenirgeschäfte bekannt ist.
Ich schlenderte die belebten Straßen entlang und warf einen Blick in zahlreiche Geschäfte. Wirklich überzeugt hatte mich zunächst allerdings nichts.
Schließlich fragte ich ChatGPT nach einer Empfehlung und bekam den Kultur- und Handwerksmarkt Ssamziegil vorgeschlagen. Als ich gerade die Navigation starten wollte, musste ich lachen.
Das Ziel befand sich direkt schräg gegenüber der Bank, auf der ich gerade saß.
Im Ssamziegil verbrachte ich schließlich eine ganze Weile. Insgesamt lief ich die vier Etagen sogar zweimal ab, bevor ich mich schließlich für ein kleines Souvenir entschied, das mich künftig an diese Reise erinnern sollte.
Ein letzter Abend in Seoul
Mit meinem Einkauf machte ich mich zu Fuß auf den Rückweg zum Capsule Hotel. Da ich mich ohnehin bereits im Zentrum befand, dauerte der Spaziergang nur etwa zwanzig Minuten.
Zurück im Hotel ruhte ich mich zunächst etwas aus und begann anschließend damit, langsam meine Sachen zusammenzupacken. Die Reise neigte sich nun endgültig dem Ende entgegen.
Am Abend zog es mich noch ein letztes Mal hinaus.
Da viele Restaurants wegen des Feiertags geschlossen hatten, fiel die Auswahl deutlich kleiner aus als erwartet. Schließlich entschied ich mich für ein Pizzarestaurant, das rund dreißig Minuten entfernt lag.
Auf dem Weg dorthin begegnete ich einer großen Demonstration mit mehreren hundert Teilnehmern, die anlässlich des 1. Mai durch die Straßen zog. Über Lautsprecher wurden Reden gehalten, deren Inhalt ich natürlich nicht verstand. Auffällig war vor allem die enorme Polizeipräsenz. Zahlreiche Beamte begleiteten den Demonstrationszug, an nahezu jeder Straßenecke standen Polizeibusse und Einsatzfahrzeuge.
Trotzdem verlief alles ausgesprochen ruhig und friedlich.
Nach dem Abendessen machte ich mich schließlich auf den Rückweg, packte die letzten Dinge in meinen Koffer und zwang mich anschließend dazu, früh schlafen zu gehen. Mein Taxi zum Flughafen sollte bereits um fünf Uhr morgens vor der Unterkunft stehen.
Abschied von Südkorea
Nach einer entsprechend kurzen Nacht klingelte der Wecker bereits gegen drei Uhr morgens.
Ich duschte ein letztes Mal in Südkorea, frühstückte noch eine Kleinigkeit und wartete auf mein Taxi.
Wie inzwischen fast schon selbstverständlich, war der Fahrer sogar etwas zu früh vor Ort. Bereits um 04:40 Uhr erhielt ich über die App die Nachricht, dass er vor der Unterkunft auf mich wartete.
Die Fahrt zum Flughafen Incheon dauerte ungefähr eine Stunde. Da um diese Uhrzeit kaum Verkehr herrschte, verlief sie angenehm ruhig.
Als der Fahrer fragte, mit welcher Fluggesellschaft ich fliegen würde, antwortete ich mit „t’way“. Daraufhin setzte er mich direkt vor dem passenden Check-in-Schalter ab.
Dadurch verliefen sowohl das Einchecken als auch die Sicherheitskontrolle erstaunlich schnell und unkompliziert. So blieb noch genügend Zeit für ein ausgiebiges Frühstück und einen letzten Kaffee, bevor das Boarding begann.
Während ich durch den Flughafen schlenderte, fiel mir erneut auf, wie hochwertig und modern alles wirkte. Aus Neugier suchte ich online nach den besten Flughäfen der Welt und stellte fest, dass Incheon in vielen Rankings regelmäßig ganz vorne auftaucht. Nach meinem Eindruck absolut nachvollziehbar.
Die Heimreise
Schließlich begann das Boarding.
Mein Sitzplatz befand sich am linken Rand einer Viererreihe. Zu meiner Freude blieben die beiden Plätze neben mir frei, sodass ich deutlich mehr Platz hatte als erwartet und mich während des Fluges bequem ausbreiten konnte.
Der Rückflug dauerte rund dreizehneinhalb Stunden.
Schlafen konnte ich zwar erneut nicht, doch mit Musik, einigen Videos und geschlossenen Augen verging die Zeit trotzdem überraschend angenehm.
In Frankfurt landete ich schließlich im brandneuen Terminal 3, das erst wenige Tage zuvor eröffnet worden war. Alles wirkte noch neu und fast unbenutzt.
Nachdem ich meinen Koffer abgeholt hatte, brachte mich der Shuttle zum Terminal 1 und anschließend zum Fernbahnhof.
Im Gegensatz zur Hinfahrt verlief die Rückreise diesmal vollkommen problemlos. Der ICE war angenehm leer und brachte mich ohne größere Verzögerungen in Richtung Heimat. Nach dem Umstieg in den Regionalzug wurde ich schließlich am Bahnhof abgeholt.
Nach sechzehn Tagen war ich wieder zu Hause.
Fazit
Mit der Heimreise endete zwar diese Reise, viele Erinnerungen werden mich aber sicher noch lange begleiten.
Südkorea hat mich in vielerlei Hinsicht beeindruckt – durch seine Landschaften, seine Geschichte, seine moderne Infrastruktur und vor allem durch die Freundlichkeit der Menschen. Gleichzeitig hat mir die Reise einmal mehr gezeigt, dass nicht immer die perfekten Fotos die schönsten Erinnerungen schaffen, sondern oft die ungeplanten Momente dazwischen.
Genau diese Mischung macht diese Reise für mich zu einer, an die ich noch lange gerne zurückdenken werde.













