Soloreise Südkorea – Tag 8

Soloreise Südkorea – Tag 8

Bulguksa-Tempel, Bomunjeong Pavilion, Bomunji-See und Cheomseongdae

Der Tag begann eigentlich mit einem guten Plan. Um den Touristenmassen am Bulguksa-Tempel möglichst aus dem Weg zu gehen, hatte ich mir den Wecker auf 7:30 Uhr gestellt. Tatsächlich wurde ich auch pünktlich wach – nur um mich direkt wieder umzudrehen und erneut einzuschlafen.

Als ich schließlich wieder die Augen öffnete, war es bereits 9 Uhr. Überraschenderweise war ich darüber gar nicht allzu verärgert. Es war die erste Nacht seit meiner Ankunft in Südkorea, in der ich das Gefühl hatte, tatsächlich etwas länger geschlafen zu haben. Offenbar begann sich mein Körper langsam an die Zeitverschiebung zu gewöhnen.

Trotzdem fühlte ich mich am Morgen zunächst noch etwas ausgelaugt und brauchte eine Weile, um richtig in Schwung zu kommen.

Der Bulguksa-Tempel

Dadurch erreichte ich den Bulguksa-Tempel nicht wie geplant zur Öffnung, sondern erst gegen halb zwölf. Entsprechend gut besucht war die Anlage bereits.

Der Bulguksa-Tempel zählt zu den bedeutendsten buddhistischen Tempeln Südkoreas und gehört gemeinsam mit der nahegelegenen Seokguram-Grotte zum UNESCO-Weltkulturerbe. Entsprechend groß war der Andrang.

Dennoch verbrachte ich mehrere Stunden damit, das Gelände zu erkunden und verschiedene Perspektiven auszuprobieren. Da die Mittagssonne bereits hoch am Himmel stand und die Lichtbedingungen alles andere als ideal waren, griff ich erneut zu meinem ND-Filter. Mit längeren Belichtungszeiten versuchte ich, die vielen Besucher aus den Bildern verschwinden zu lassen.

Das funktionierte allerdings nur bedingt. Die Ergebnisse überzeugten mich nicht wirklich, weshalb ich das Stativ schließlich wieder einpackte und stattdessen einige Aufnahmen aus der Hand machte.

Der Tempel selbst wirkte auf mich angenehm schlicht und minimalistisch. Gerade die Innenbereiche sind deutlich zurückhaltender gestaltet, als man es vielleicht von anderen asiatischen Tempelanlagen erwarten würde. Gleichzeitig strahlte die gesamte Anlage eine besondere Ruhe und Ästhetik aus.

Während meines Besuchs dachte ich mehrfach daran, wie beeindruckend der Ort wohl zur Kirschblütenzeit oder während der Herbstfärbung aussehen muss. Zu diesen Jahreszeiten dürfte der Tempel fotografisch noch einmal deutlich spektakulärer wirken.

Bulguksa Tempel
Bulguksa Tempel

Zum Bomunjeong Pavilion

Nach einigen Stunden machte sich die Müdigkeit erneut bemerkbar. Daher zog ich mich zunächst zurück zur Bushaltestelle und fuhr etwa eine halbe Stunde in Richtung Bomunji-See.

Mein erstes Ziel dort war der Bomunjeong Pavilion. Auf den Ort aufmerksam geworden war ich durch einige Fotos im Internet, die allerdings fast ausschließlich während der Kirschblütenzeit aufgenommen worden waren. Diese war bei meinem Besuch bereits längst vorbei.

Trotzdem präsentierte sich der Pavillon als durchaus reizvolles Motiv. Mehrere Besucher hatten sich sogar mit Staffelei, Leinwand und Pinsel am Ufer niedergelassen und versuchten, die Szenerie auf ihre eigene Weise festzuhalten.

Ich blieb dagegen bei meiner Kamera.

Während meiner Suche nach einer geeigneten Perspektive wäre ich allerdings beinahe mitsamt Stativ und Kamera im Wasser gelandet. Glücklicherweise blieb es bei einem kurzen Schreckmoment und ich konnte einige Aufnahmen machen.

Mit den Ergebnissen war ich jedoch erneut nur bedingt zufrieden. Die Szene wirkte zwar harmonisch, bestand aber fast ausschließlich aus verschiedenen Grüntönen. Vielleicht lässt sich in der Nachbearbeitung noch etwas mehr aus den Bildern herausholen.

Ein unerwarteter Fotostopp

Anschließend machte ich mich auf den Weg zu einem kleinen koreanischen Schnellimbiss in der Nähe.

Unterwegs fiel mir jedoch ein markanter Turm auf, der über die umliegenden Gebäude hinausragte. Es handelte sich um den Jungdo Tower.

Neugierig folgte ich dem Bauwerk eine Weile und versuchte, näher heranzukommen. Einen Zugang zum eigentlichen Gelände fand ich allerdings nicht. Daher blieb es bei einigen Aufnahmen aus der Distanz, bevor ich meinen ursprünglichen Weg fortsetzte.

Eine Pause am Bomunji-See

Nach dem Mittagessen erreichte ich schließlich den Bomunji-See.

Dort setzte ich mich für eine Weile auf eine Parkbank und genoss die ruhige Atmosphäre. Nach den vergangenen Tagen voller Sehenswürdigkeiten, Bahnfahrten und Fotospots tat es gut, einfach einmal nichts zu tun und die Umgebung auf sich wirken zu lassen.

Der See liegt eingebettet zwischen Hotels, Parkanlagen und bewaldeten Hügeln und gehört zu den beliebtesten Erholungsgebieten rund um Gyeongju. Besonders an diesem Nachmittag wirkte die Gegend angenehm entspannt.

Sonnenuntergang am Cheomseongdae-Observatorium

Als sich der Nachmittag langsam dem Ende näherte, machte ich mich wieder auf den Weg ins historische Zentrum von Gyeongju.

Nach einer knapp einstündigen Busfahrt erreichte ich den Bereich rund um das Cheomseongdae-Observatorium. Das Bauwerk gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt und wird oft als das älteste erhaltene astronomische Observatorium Ostasiens bezeichnet.

Während die Sonne langsam unterging, schlenderte ich durch die umliegenden Parkanlagen und probierte verschiedene Aufnahmen aus. Das warme Abendlicht verlieh der historischen Umgebung eine angenehme Stimmung und sorgte für einige schöne Fotomotive.

Cheomseongdae Observatorium
Gyeongju

Ein Starbucks im Hanok-Stil

Nur wenige Schritte entfernt befand sich außerdem ein Starbucks, der vollständig im traditionellen Hanok-Stil errichtet wurde.

Das Gebäude fügte sich überraschend harmonisch in die historische Umgebung ein und wirkte deutlich charmanter als die üblichen Filialen, die man aus Europa kennt. Natürlich durfte auch dieses Motiv nicht auf meiner Speicherkarte fehlen.

Abschied von Gyeongju

Langsam machte ich mich anschließend auf den Rückweg zum Hotel. Unterwegs besorgte ich mir noch ein Abendessen aus dem Convenience Store und ließ den Abend entspannt auf meinem Zimmer ausklingen.

Während ich die Fotos sichtete und meinen Tagesbericht schrieb, bereitete ich mich bereits auf die nächste Etappe der Reise vor. Das Busticket für den kommenden Morgen hatte ich glücklicherweise schon am Vortag gekauft.

Nach zwei Tagen voller historischer Stätten, Tempel und ruhiger Atmosphäre würde es am nächsten Tag weiter nach Busan gehen – in die zweitgrößte Stadt Südkoreas und ans Meer.

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